Biomedizin

Der Mensch im Mittelpunkt

In der Biomedizin werden die Entwicklung, der Aufbau und die Funktionsweise des menschlichen Körpers als komplexes biologisches System erforscht und gelehrt. Dabei stehen die Abläufe im gesunden und kranken menschlichen Organismus auf der Ebene von Zellen und Molekülen im Zentrum. Die biomedizinische Forschung untersucht an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Medizin und Mathematik die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen. Daraus gewonnene Erkenntnisse führen zu einem umfassenden Verständnis des menschlichen Körpers und der Entstehungsprozesse von Krankheiten, wodurch neue diagnostische Methoden und gezielte Therapien entwickelt werden können. Die Biomedizin ist damit eine Brückendisziplin, welche die naturwissenschaftliche Forschung mit der klinischen Medizin verbindet. In diesem Zusammenhang wird auch von Translationaler Medizin gesprochen. Für die Analyse und Interpretation der grossen Datenmengen dieser Forschung werden Anwendungen der Mathematik (Programmieren, Datenanalysen) eingesetzt. Trotz inhaltlichen Überschneidungen mit dem Studium der Humanmedizin werden die beiden Studiengänge getrennt angeboten, es finden keine gemeinsamen Vorlesungen statt und eine wechselseitige Anrechnung von Studienleistungen ist in der Regel nicht möglich.

Die Studienprogramme Bachelor und Master Biomedizin richten sich an Studierende mit einem ausgeprägten Interesse an Naturwissenschaften, am Aufbau und dem Funktionieren des menschlichen Organismus und an medizinisch-biologischer Forschung.

Im Studienprogramm Bachelor Biomedizin (6 Semester) wird während dem Grundstudium das naturwissenschaftliche, biologische und medizinische Basiswissen gelehrt, im Fachstudium theoretisch vertieft und erweitert und in die Praxis umgesetzt. Im Zentrum der praktischen Ausbildung steht die Vermittlung der Methoden der molekularen und zellulären medizinischen Forschung im Labor. Diese Lehre findet in Praxiskursen direkt in den Forschungsgruppen des Fachbereichs (u.a. in den Instituten für Physiologie, medizinische Virologie, experimentelle Immunologie, molekulare Krebsforschung, molekulare Biologie, Pharmakologie und Toxikologie, Anatomie, quantitative Biomedizin, etc.) und in verschiedenen universitären Spitälern in Zürich statt. Nach dem Bachelorabschluss folgt der automatische Übertritt in das Studienprogramm Master Biomedicine (3 Semester), welches die einjährige Masterarbeit zu einem individuell wählbaren Thema und thematisch ergänzende theoretische und praktische Module beinhaltet. Nach dem Masterabschluss haben Biomedizinerinnen und Biomediziner ein umfassendes Wissen über die komplexen Systeme des menschlichen Körpers und können das Funktionieren des gesunden Organismus und die Entstehungsprozesse von Krankheiten beschreiben und erklären. Sie sind in der Lage Forschungsprojekte zielgerichtet zu planen und effizient durchzuführen, sowie die Ergebnisse wissenschaftlich korrekt zu analysieren, interpretieren und kommunizieren.

Absolventinnen und Absolventen des Master Studienprogramms Biomedizin sind in der Grundlagenforschung und klinischen Forschung an Hochschulen, Forschungsanstalten und Spitälern tätig, im Forschungs- und Dienstleistungsbereich der pharmazeutischen und biowissenschaftlichen Privatindustrie, im privaten und öffentlichen Gesundheitsbereich, in der Kommunikation und Lehre, sowie in allen Aufgabenbereichen in denen analytisches, strukturiertes und vernetztes Denken und Handeln gefragt ist. Viele Absolventinnen und Absolventen des Masterprogramms führen die wissenschaftliche Ausbildung in einem Doktorat weiter. Mit dem Masterabschluss ist keine ärztliche Tätigkeit mit direktem Kontakt zu Patientinnen und Patienten möglich. Hierfür ist der Abschluss des Studiums in Humanmedizin erforderlich. In vielen Bereichen ergibt sich jedoch eine enge berufliche Zusammenarbeit der beiden medizinischen Disziplinen. Das gemeinsame Fachwissen und Verständnis einerseits und die unterschiedlichen Kompetenzen und Fähigkeiten andererseits, fördern und verbessern die umfassende (klinische und naturwissenschaftliche) Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung und Gesundheitssituation.